Infos und Fakten zum Wein
Infos und Fakten zum Wein
- AOP Appellation d’Origine Protegée,
abgekürzt: AOP, französisch für kontrollierte
Herkunftsbezeichnung. Dies ist ein Schutzsiegel für bestimmte landwirtschaftliche
Erzeugnisse aus Frankreich, wie beispielsweise Wein, Champagner, Calvados, Butter, Käse und Olivenöl. Voraussetzung für die Erteilung des AOP-Zertifikates ist die Einhaltung gewisser Kontrollbestimmungen: Die Herstellung muss durchgängig auf traditionelle
Weise erfolgen. Die Zutaten müssen aus einem bestimmten geographischen Raum
stammen, und das Produkt muss in dieser Region hergestellt werden. Die Eigenschaften
des Erzeugnisses müssen annähernd gleichbleibend sein und klar definierten
Qualitätsstandards entsprechen. Die Herstellung wird streng überwacht und durch eine
Kontrollkommission reguliert, die AOP-Standards definiert und selber einhält.
Infos und Fakten zum Wein
- IGP
Indication Geographique Protégée steht als Herkunftsbezeichnung vorwiegend für reinsortige Weine und Gebiete, die nicht unter AOP produzieren dürfen oder wollen. Seit 1973 wurden über 100 Zonen für IGP festgelegt, die meisten sind in den Südfranzösischen Départements. IGPs dürfen nur aus zugelassenen Rebsorten gekeltert und nicht mit Weinen aus anderen Gebieten verschnitten werden. Qualitativ muss kein zwingender Unterschied zwischen IGP und AOP bestehen, den Winzern bleiben aber mehr Freiheiten.
- Vin de Table
Vin de table ist die französische Bezeichnung für Tafelwein. Sie unterliegen keiner speziellen Klassifizierung. Um ein Minimum an Qualität zu garantieren, sind bestimmte Rebsorten, ein Mindestalkoholgehalt und ein Mindestsäuregehalt vorgeschrieben. Auf dem Etikett müssen die Bezeichnung Vin de Table und der Alkoholgehalt verzeichnet sein.
- AOC
Appellation d’Origine Controlée ist die alte Regelung im Languedoc. AOC wurde durch AOP ersetzt, somit passt sich das Languedoc der EU an. Diese Bezeichnung wird teilweise noch auf alten Etiketten und Beschrieben verwendet, wird aber zur Zeit durch AOP ersetzt.
- Vin de Pays d’Oc
(VDP) wurde ersetzt durch die Bezeichnung IGP.
-Barrique
Im Französischen bedeutete “Barrique” ursprünglich Fass. Dann wurde der Begriff auf das gebräuchliche Fassmass eingeschränkt, das in der Regel ein Volumen von 225 Litern besitzt. Mitunter wird auch der darin hergestellte Barriquewein verkürzt als „Barrique“ bezeichnet.
- Garrigue
Manche Weine haben den Geschmack, den Duft der Garrigue. Wer diese Landschaft schon einmal gesehen und betreten hat, weiss was das bedeutet. Die steinigen und felsigen Plateaus sind für den Weinbau nicht geeignet, aber die typischen Kräuter der Provence – Lavendel, Thymian und Rosmarin – wachsen hier wie Unkraut. Ansonsten besteht die Vegetation der Garrigue vor allem aus oft dornigen Sträuchern. Die Garrigue ist also verwandt mit dem Maquis, wo es aber eher größere Büsche gibt. Wegen den intensiv duftenden Pflanzen der Garrigue ist auch der Honig der Garrigue besonders beliebt.
- Languedoc und Okzitanien
Die Namen einiger Orte, Weingüter und Weine werden Ihnen ziemlich „unfranzösisch“ vorkommen. In solchen Namen hat sich die alte Sprache Südfrankreichs, das Okzitanische, erhalten. Im Mittelalter war die „langue d’oc“ (nach dem Wort Oc für ‚ja’) noch die Sprache der Troubadours und damit eine der grossen europäischen Kultursprachen. Im 19. Jh. wurde sie noch von Bordeaux bis Nizza gesprochen, aber heute nur noch auf dem Land von der älteren Generation. Sprachlich ist das Okzitanische durch die geographische Lage geprägt: Es erscheint wie eine Mischung aus Französisch, Italienisch und Katalanisch. Das „Languedocien“ ist der zentrale Dialekt der okzitanischen Sprache.
- Textbeispiel
„Aviu daissat sa veitura al darrier contorn de la rota, et ara, dreit e mut come una peira de la garrigue, l'òme regardava son pais.“ (Er hatte sein Auto an der letzten Kurve der Straße abgestellt, und jetzt, aufrecht und stumm wie ein Stein der Garrigue, schaute der Mann über sein Land. – auf einer Schallplatte des okzitanischen Liedermachers Claudi Marti.)
- Katarer
Von den Weinbergen des Roussillon und der Corbières sieht man in der Ferne, auf den ersten Höhen der Pyrenäen, mehrere Burgruinen, die wie Wachtposten über der Landschaft stehen, z.B. Peyrepertuse und Quéribus. Sie waren die letzten Refugien der von der Stadt Albi ausgegangenen „Ketzer“-Bewegung (deshalb auch „Albigenser“ genannt), die im Auftrag des Papstes in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vom französischen König unterworfen und ausgerottet wurde. Hochburgen der Katharer waren auch die Städte Béziers und Carcassonne. Das Katharerkreuz mit den zwölf Perlen ist heute noch ein Symbol des Languedoc.
Einige Schlüsselzahlen zum Languedoc (2008)
Das Languedoc, das von der spanischen Grenze bis zur Mündung der Rhône reicht, ist das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet in Frankreich.
Ernte 2008: 11,4 Millionen Hektoliter (ohne AOP in den Departements Gard und Roussillon)
Mit Reben bepflanzte Fläche: ca. 260’000 Hektaren (=2600 km⊃2;, also grösser als die Kantone St. Gallen und Appenzell, und fast 20 mal die gesamte Weinbaufläche der Schweiz) davon sind 82’500 AOP, 101’000 IGP und 76’500 Vin de Table.
Anzahl AOP: 18 im Languedoc
Aufteilung nach Weinart:
97,3 % Wein
2,2 % Schaumwein
0,5 % SüssweinAufteilung nach Weinsorte:
68,0 % Rotwein
18,0 % Weisswein
14,0 % Roséwein
Anzahl Produzenten:
300 Genossenschaftskellereien
und 2500 private Weinbaubetriebe

